Gabriel Faurés Kammermusik sei gekennzeichnet durch „parfümfreien Charme“, meint der renommierte Buchautor Volker Hagedorn. Selbst Musiker, somit vom Fach, charakterisiert Hagedorn Faurés Musik auf eine Weise, die er für dessen Requiem wohl kaum gewählt hätte. Die von sanfter Melancholie und milder Trauer, gleichwohl von Vertrauen und Zuversicht durchwirkte Totenmesse hat eben dieses französische „Parfüm“, dem sich kaum eine Zuhörerschaft entziehen kann. So auch heute Vormittag beim UDL-Seminar mit geistlicher Musik, wo wir die von Fauré erstellte zweite, erweiterte Fassung gehört haben. Kein Klangrausch, kein Schwelgen in Orchesterfarben – stattdessen eine ruhige, friedvolle Musik mit dem Bild eines Todes ohne Stachel. Komponiert 1887, und zwar, wie er selbst sagte, „zum Vergnügen“.