Im Kurs „Von Händel bis Henze“ haben wir gestern die Metamorphosen für 23 Solostreicher von Richard Strauss gehört. Das Werk entstand 1945 innerhalb weniger Wochen kurz vor Ende des Krieges. Vor dem Hintergrund der menschlichen und kulturellen Verwüstungen nimmt Strauss Abschied von seinem Schaffen und der in Trümmern liegenden Welt. Die kompositorischen Bestandteile sind hinsichtlich der Satztechniken, insbesondere der Dynamik und der Themenverarbeitung kunstvoll und klangintensiv. Das Stück beeindruckt mit seinem schmerzlichen und verinnerlichten Ausdruck außerordentlich. Eine Teilnehmerin, die den Kurs seit Jahren besucht, war sich nicht sicher, „etwas derart Berührendes“ überhaupt schon einmal gehört zu haben. Eine schönere, dankbarere Resonanz kann es kaum geben.