Ich habe kaum etwas dagegen, wenn in Bereichen wie Politik, Soziologie oder Pädagogik Möglichkeiten von Einbeziehung und Mitsprache bei Entscheidungsprozessen geprüft oder erwogen werden. In dem Moment, wo der Begriff der Partizipation auf die Kunst eine Form der Anwendung findet, in der professionelles Theater durch nicht-professionelle Mitwirkende bestimmt wird, reagiere ich weniger konziliant. Für mich fallen Lachen, Beifall oder Buhrufe des Publikums während einer Aufführung nicht unter die Idee des partizipativen Theaters, wenngleich auch das für manche schon als Mitmachen oder Eingreifen in eine Aufführungssituation gesehen wird. Dass ich nicht der Meinung anhänge, ein Publikum müsse in der Oper die Reihenfolge der Arien, Ensembles und Chöre bestimmen können, kann man altmodisch finden. Dass ich ebensowenig der Ansicht bin, die Wahl der Kostüme und Bühnenbilder sollte den Abonnenten obliegen, ist meinethalben gleichfalls vorgestrig. Gleichwohl bin ich noch immer der Ansicht, dass „richtiges“ Theater von den richtigen Leuten (Achtung, semantische Falle!) gemacht werden sollte, und das wird sich auch nicht mehr ändern.