Zurzeit lese ich „Der Vogel ist krank“ von Arnon Grünberg, einem meiner Lieblingsautoren aus der Sparte „Zeitgenössische Literatur“. Das Buch ist im niederländischen Original vor neunzehn Jahren in Amsterdam erschienen. Es hat im Erzählton den für Grünberg typischen skurillen Humor und besticht mit verstörend detaillierten Beobachtungen des Alltags wie mit lakonischen Antworten auf die großen Fragen des Lebens.

Morgen Abend höre ich in der Aula der Göttinger Universität eine konzertante Fassung von „Achille et Polixène“, Jean-Baptiste Lullys sagenumwobener letzten Oper. Das Göttinger Barockorchester bringt das lange in Archiven unbeachtet gebliebene Werk nun zur Aufführung. Ob der Komponist tatsächlich zur Tilgung seiner Sünden kurz vor seinem Tod das Werk vor Zeugen verbrannt hat, eine Kopie noch in seiner Schublade wissend, wird dabei wohl auch morgen nicht geklärt werden.

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Chateau d’Eu (Seine-Maritime)