Wetzlarer Neue Zeitung, 23. September 2019

Projektchor der Wetzlarer Musikschule gibt anspruchsvolles Abschlusskonzert

Von Werner Volkmar

Chorprojekt 2019 (2)
Begleitet von einem Instrumentalensemble und der Solistin Simone Hild begeisterte der Projektchor über 80 Besucher

WETZLAR . Seit Februar hatten sich die 32 Sänger unter der Leitung von Thomas Sander in Rahmen eines Chorprojektes der Wetzlarer Musikschule auf das Abschlusskonzert vorbereitet. Begleitet von einem Instrumentalensemble und der Solistin Simone Hild begeisterte der Chor nun über 80 Besucher.

Das in jeder Beziehung anspruchsvolle Programm „Lieder aus Barock-Opern“ des Engländers Henry Purcell (1659-1695) und des Parisers Jean-Philippe Rameau (1683-1764) in der jeweiligen Landessprache vorgestellt, stellten an den Projektchor besondere Ansprüche, dabei waren ihnen die Instrumentalisten eine sichere Stütze. Eingangs erläuterte Thomas Sander, dass die Barock-Opern im 17. Jahrhundert nach heutigen Verständnis formal keine Opern waren. Wie auch bei Purcells „King Arthur“, bei dem die Hauptfiguren von Sprechern dargestellt wurden, die Gesangspartien waren dabei als Nebenrollen vorgesehen.

Mit dem Lied „How blessed are sheperds“ aus dem zweiten Akt von „King Arthur“, eine Komposition für Soli, Chor und Orchester, eröffneten die Akteure die Programmfolge. Schon hier wurden die stimmlichen Qualitäten des Chores hörbar. Dabei stand die Solistin Simone Hild mit ihrem Sopransolo erstmals im Vordergrund. Mit einem „Prelude“ leitete das spielfreudige Ensemble zum nächsten Stück aus dem dritten Akt „Tis love that has warmed us“ über. Eine Komposition, die durch den Text und die Schönheit der Musik zu einem Höhepunkt des Abends werden sollte. Die begeisterten Besucher bedankten sich mit Szenenapplaus. „Fairest isle“, eine Arie aus dem letzten Akt, brachte die Sopranistin mit ihrer warmen Stimme wunderbar zum Leuchten.

Danach wechselte der Projektchor zu dem französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau und seiner Oper „Les Indes Galantes“ die 1735 in Paris uraufgeführt wurde. Aus diesem Werk stammt das Liebeslied „Tendre Amour“, das der Chor wie die meisten Werke vierstimmig vorstellte. Begleitet von den Instrumentalisten entwickelten sie eine wunderbare Melodienfolge, von der die Besucher begeistert waren. Zum Abschluss stellte der Projektchor mit „Revenez“ und „Que le ciel“ zwei Werke aus der Oper „Castor et Pollux“ von Rameau vor. Als nach über einer Stunde der musikalische Leiter Thomas Sander den Taktstock senkte, bedankten sich die Besucher mit stürmischem Beifall, der kein Ende nehmen wollte.