Mein Vortrag morgen Vormittag zur Semestereröffnung der UDL ist eine komprimierte Fassung des Tagesseminars, das zum selben Thema vor ein paar Wochen an der VHS in Wetzlar bereits stattgefunden hat. Auf dem Programm stehen Werke von Telemann, Ravel, Takemitsu, Rautavaara und Smetana. Verzichten werde ich auf Händel (seine „Wassermusik“ würde ganz anders heißen, wäre sie nicht auf Schiffen zur Fahrt auf der Themse gespielt worden), Schubert (die „Forelle“ hat mit dem Wasser nichts zu tun, außer dass sie darin schwimmt) und Johann Strauß (die „schöne blaue Donau“ ist eine hübsche Walzerfolge, das Wasser spielt in ihr keine Rolle). Auch „Yellow Submarine“ und „Singin‘ in the Rain“ haben morgen keinen Platz.

Besonders freue ich mich auf Rain Coming von Takemitsu. Das etwa siebenminütige Stück beschreibt die eigenartige Stimmung, die man wahrnimmt, wenn ein Regenschauer in der Luft liegt, dieser aber noch nicht begonnen hat. Das Werk ist geschrieben für ein kammermusikalisches Ensemble. Es bietet eine Art Stilmixtur und legt sich dabei nicht endgültig fest. „Mal erinnert es an weichen Jazz, mal an die Klangsprache von Claude Debussy, mal ist es expressiv atonal. Dennoch tritt Rain Coming als geschlossenes Ganzes auf und schließt in einem warmen Schlussakkord.“ (Schott-Music)