Die meisten Konzerte der Wetzlarer Musikschule finden in einem äußerlich eher schmucklosen Rahmen statt. Es gibt Blumengestecke links und rechts der Bühne, ansonsten spricht der schöne Konzertsaal für sich und wirkt – mit Ausnahme von Kinder- oder Weihnachtskonzerten – ganz ohne weitere Dekoration. Einige Veranstaltungen haben eine Pause, während der kein gastronomisches Angebot vorgehalten wird. Auch hier gibt es Ausnahmen, wie z. B. das Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“ oder das Weihnachtsliedersingen der Partnerschaftsgesellschaften. Wir sind eine Musikschule, kein Opernhaus.

Gestern Abend beim Lehrerkonzert, es ist gegen Ende der Pause, spricht mich eine Dame an: „Herr Sander, wir vermissen den Sekt!“ Spontan zeige ich, wie Diplomatie richtig geht und äußere Verständnis ebenso wie Betroffenheit, von wegen Personal und Aufwand und Kosten und so weiter. Es ist nur ein kurzer Dialog, aber ich finde, die ersten Sätze der Dame hätten dem großartigen Programm, den Künstlern und ihren Darbietungen, dem freien Eintritt gelten sollen. Das mit dem Sekt hätte sie abschließend als kleine, freundliche Anregung unterbringen können, wenn überhaupt an diesem Abend. Aber wie heißt et kölsche Jrundjesetz: Jede Jeck is anders.