Heute Morgen kam in Zusammenhang mit Beethovens „Fidelio“ ein interessantes Thema auf: Chöre – besonders Männerchöre! Dabei ging es nicht nur darum, wer erstklassige Männerchorsätze schreiben konnte wie z. B. Schubert, Bruckner oder Knab. Beinahe spannender war die Frage, ob Männer „anders“ singen als Frauen (die Antwort ist „ja“). Jenseits aller stimmbildnerischen oder technischen Aspekte spielt das Thema „Emotionalität“ dabei wohl eine erhebliche Rolle. Wie war das eigentlich früher, als Männer wie selbstverständlich jede Woche in Chören aktiv waren und Männergesangsvereine sich über Nachwuchs keine Gedanken zu machen brauchten? War damals der emotionale Zugang ein anderer? Was verstaubt nicht alles an erstklassigen Werken in Notenschränken! Nur sind diese Stücke oft schwer und anspruchsvoll, dazu reicht auch oft die Besetzung nicht aus. Und dann fusionieren die aussterbenden Chöre aus Angst vor dem Vereinstod, und aus Verzweiflung singen sie dann leichte Sachen auf englisch. Und die Partituren von Schubert & Co. werden nach und nach bei ebay eingestellt, als Dachbodenfund.