Etwa dreißig Zuhörerinnen und Zuhörer waren gestern in den Vortragssaal des Augustinums Kassel gekommen, um den Vortrag „Musik nach 1945“ aus der Reihe Wendepunkte der Musikgeschichte zu hören. Ich hatte mit dem Cellokonzert Nr. 1 von Dmitri Schostakowitsch, dem Streichquartett Nr. 1 von Krzysztof Penderecki, der „Water Music“ von John Cage und einem Ausschnitt aus der Oper „Aknathen“ von Philip Glass verschiedene stilistische Richtungen und ebenso unterschiedliche Besetzungen gewählt. Durchaus erstaunlich war die Reaktion des Publikums: Zu den einzelnen Werken waren die Kommentare abwägend und differenziert, reichten von „gefällt mir überhaupt nicht“ über „interessant, aber nicht schön“ bis hin zu „beeindruckend“, letzteres vor allem bei Glass. Nach dem Vortrag gab es noch diverse Fragen, u. a. zur Notation, zur Rezeptionsgeschichte, auch zu musikethnologischen Aspekten. „Sie müssen unbedingt wiederkommen“, sagte eine ältere Dame zu mir. Wie schön, und das nach solch einem Programm!