Am Ende des ersten Teiles der DVD-Dokumentation „Musik im 20. Jahrhundert“ (Zweitausendeins) steht ein Blick auf das Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ von Alban Berg. Zuvor wird deutlich, dass Arnold Schönberg als „Erfinder“ der Dodekaphonie gewissermaßen aus Notwehr zum Revolutionär wurde, instruktive Ausschnitte aus „Verklärte Nacht“ op. 4 und „Fünf Orchesterstücke“ op. 16 zeigen das sehr schön. Alban Berg bildet nun in seinem Violinkonzert die Zwölftonreihe im Wechsel von gebrochenen Dur- und Moll-Akkorden, zudem mit einer viertönigen Ganztonreihe, die den Anfang des Bach-Chorals „Es ist genug“ ergibt. Damit führt er sozusagen Altes und Neues zusammen, was, wie es in der Übersetzung heißt, eine „zeitlose“ Musik zum Ergebnis hat. Der Ausdrucksstärke dieses Werks können wir uns nicht entziehen. Wir hören eine ergreifende, große Trauermusik und sind nach dem ruhig verklingenden Schluss bewegt, berührt, erfüllt.

Berg