Fallen gibt es, damit jemand hinein tappt. Bei sprachlichen Fallen sind dem Opfer Spott oder Mitgefühl sicher, je nachdem. Dem Fallensteller fliegen dementsprechend Respekt oder Verärgerung zu.

Zu meiner Jugendzeit spielte in meiner Heimatgemeinde an Sonntagen ein gutwilliger Autodidakt die Orgel, zuweilen, das war bekannt, auch mit dem einen oder anderen falschen Ton oder sonstigen unfreiwilligen klanglichen Überraschungen. Eines Sonntags begrüßt ihn ein örtlicher Handwerksmeister nach dem Gottesdienst mit den Worten: „Guten Morgen, Herr Kollege!“ Der Organist tappt in die aufgestellte Falle und sagt überrascht: „Kollege? Wieso Kollege? Du kannst doch gar nicht Orgel spielen!“ Darauf die Antwort: „Na, du doch auch nicht!“

Wie sagt James Bond in Ein Quantum Trost: Galant war das nicht. Das Opfer schweigt und erhält dafür die Anerkennung der Umstehenden, der Fallensteller genießt seine Pointe und verliert dafür Sympathien. Das ist, Gott sei’s geklagt, nicht immer so.