Über das Abschlusskonzert des diesjährigen Chorprojekts schreibt heute die Wetzlarer Neue Zeitung:

Madrigale erfreuen die Zuhörer
Gelungenes Konzert in der Musikschule

Wetzlar. „Madrigale und höfische Lieder“ waren das Thema des Chorprojekts der Wetzlarer Musikschule, das von Schulleiter Thomas Sander geleitet wurde. Am Samstagabend fand das Abschlusskonzert im Konzertsaal statt. In seiner Rolle als Moderator freute er sich über die gute Resonanz – trotz der brütenden Hitze. „Leider musste das angekündigte Klarinettenensemble absagen, weil zu viele Mitglieder wegen Klassenfahrten und ähnlichen Gründen abwesend sind“, bedauerte der engagierte Musiker.

Der mehr als 30-stimmige Chor stellt sein hohes Niveau unter Beweis

Das erste Werk „Im kühlen Maien“ (Hans Leo Hassler) konnte trotzdem doppelchörig vorgetragen werden – dank des Blechbläserensembles. Schon hier wurde das hohe Niveau des mehr als 30-stimmigen Chors deutlich, in dem einige bekannte Gesichter aus Wetzlarer Chören zu finden waren. Als weitere Mitstreiterin war die Mezzo-Sopranistin Annette Meisner gekommen, die auch mit Erkältung eindrucksvoll Werke von John Dowland und Georg Friedrich Händel intonierte. Sehr lebendig und mit viel Gefühl gelangen die Liebeslieder des Renaissancekomponisten Dowland zu einem echten Ohrenschmaus: Von Sander am Klavier begleitet, erklangen „A Shepard in a Shade“ und „Come again, sweet love doth now invite!“ Ebenso beeindruckend waren Georg Friedrich Händels „Verdi prati“ (Alcina) und „Silent Worship“ (Tolomeo).

Der Chor hatte bekannte wie eingängige Stücke einstudiert und zeigte sich bestens aufgelegt. Romantische Dinge standen auch hier im Mittelpunkt, wie die „Drei schönen Dinge fein“ von Daniel Friderici oder Hasslers „Tanzen und Springen“ oder Heinrich Alberts „Du mein einzig Licht“. „Musica die ganz lieblich Kunst“ (Johannes Jeep), Standardrepertoire vieler Chöre mit langer Tradition, durfte natürlich nicht fehlen. Mit viel Spaß und „Lirilirum“ wurde Johann Scheins „Ihr Brüder, lieben Brüder mein“ vorgetragen. Als besonderes Highlight präsentierte Sander „Innsbruck, ich muss Dich lassen“ (Heinrich Isaac), das vom Reimschema als dreihebiger Jambus und auch von der Melodie mit relativ geringem Tonumfang etwas Besonderes ist. „Der wehmütige Charakter entsteht vor allem durch die Zeilenschlüsse im Seufzermotiv und die häufige Berührung der Terz“, erläuterte Sander. Das Publikum zeigte sich begeistert von dem sehr passend gewählten Liedgut und sparte nicht mit Applaus.

Text und Foto: Heike Pöllmitz

Chorprojekt 2015