Gestern habe ich im Seminar einen der schönsten Chorsätze des frühen 17. Jahrhunderts vorgestellt: „Nu bede vi den Helligånd“ von Mogens Pedersøn (1585 – 1623), der als Stipendiat des dänischen Königs Christian IV. bei Giovanni Gabrieli in Venedig studierte und dort Kommilitone von Heinrich Schütz (1585 – 1672) war. Zwischen Pedersøn und Schütz bestand lebenslanger Kontakt.

„Nu bede vi den Helligånd“ besticht durch elegante Stimmführung in einer aparten Kombination von Homophonie und Polyphonie, was die Gleichzeitigkeit von Ruhe und Bewegung erzeugt. In der Aufnahme mit dem Ensemble Ars Nova unter Leitung von Bo Holten verströmt der Satz einen zarten, betörenden Duft, dem sich kaum jemand entziehen kann.